Dieses Kapitel dient der regelmäßigen Informationsweitergabe in Bezug auf wissenschaftliche Projekte die aktuell vom DSV umgesetzt werden sowie von – aus Sicht des DSV – relevanten wissenschaftlichen Beiträgen (Newsfeed Wissenschaft), die für den Schwimmsport allgemein oder spezifisch von Bedeutung sind. Darüber hinaus werden die aktuellen Beiträge der Wissensdatenbank LIDA des IAT Leipzig aufgeführt.
01/2023: Hydrodynamische Interaktion zwischen Schwimmer*innen im Wettkampfschwimmen (Yuan et al., 2019)
Die Studienergebnisse zeigen, dass der Wellenwiderstand durch eine günstige Positionierung des Folgeschwimmers (im Folgenden ‚drafter‘ genannt) hinter einem vorausschwimmenden Konkurrenten (im Folgenden ‚leader‘ genannt) modifiziert werden kann (s. auch Chatard & Wilson, 2003). Eine Reduzierung von bis zu 63 % ist möglich (gilt bei V = 2,0 m/s, einem seitlichen Abstand von 2 m und einer günstigen Position in der „Welle“ des leaders). Laut Studien befindet sich die wahrscheinlich beste Position für den drafter direkt hinter (ca. 0,50 cm) (Abb. 7) oder mit etwas Abstand im Bereich der Kelvin-Wellen des leaders (Abb. 8). Hierfür ist es günstig, wenn sich der Oberkörper des drafters in einem Wellental und der Unterkörper auf einem Wellenberg befindet (Chatar & Wilson, 2003). Es ist sogar möglich die Widerstandsreduzierung zu verdoppeln, wenn sich ein drafter mittig zwischen zwei leadern positioniert (Abb. 12 im Paper). Im Becken beträgt die Wellendämpfungseigenschaft der Leinen (bezogen auf die Wellenhöhe) im effizientesten Fall ca. 70 %. Somit könnten noch ca. 30 % vom benachbarten Schwimmer als „Energiesparmaßnahme“ genutzt werden (Rizk, 2013).
Der Wellenwiderstand, viskoser Druck und Hautreibungswiderstand tragen zu jeweils bis zu 59%, 33% und 8% des gesamten passiven Widerstandes beim Schwimmen bei (Webb et al., 2011). Der Gesamtwiderstand kann demnach erheblich reduziert werden, wenn es gelingt, den Wellenwiderstand zu minimieren und die Technik des Schwimmers weiterhin zu verbessern.
Methodik:
Ergebnisse:
Allg.:
à Druck auf den Kopf des drafters wird reduziert
à Sauerstoffaufnahme des drafters kann bis zu ca. 25 % reduziert werden
à ABER: Beinschlag des leaders könnte durch Blasenbildung und „Turbulenzen“ zu visueller Irritation und ineffizienten Zügen des drafters führen
à Bei 2,0 m/s ist die Reduzierung des Wellenwiderstandes sogar geringer als bei 1,9 m/s
Diskussion:
AHA!:
Der drafter sollte in der Lage sein, den Widerstandsunterschied zu spüren und sich in eine widerstandsreduziertere Position hinter den leader begeben, um Energie zu sparen. Die Wellenausprägung bzw. das Wellenprofil eines Schwimmers im Freiwasser wird durch die Körperform, Körperhaltung, Geschwindigkeit und Tauchtiefe mitbestimmt. Autoren fanden heraus, dass es keinen signifikanten Wellenwiderstand gibt, wenn sich ein Schwimmer mindestens 0,6 m unter Wasser befindet (gemeint ist hier der Abstand der Wasseroberfläche zur Mittellinie der Frontalebene einer Testperson in stromlinienförmiger Bauchlage). Der Wellenwiderstand nimmt jedoch schnell zu, wenn der Schwimmer näher an der Wasseroberfläche schwimmt (bis zu 50-60% der Gesamtwiderstandskraft) (Lyttle et al., 1999). Schon bei einer Gleittiefe von 0,2-0,4 m reduziert sich die Wellenbildung um 10-20%. Ab einer Tiefe von 0,4 m hebt sie sich fast auf (Abb. 6).
Limitation:
Es wurde lediglich der Wellenwiderstand untersucht. Weder Reibungswiderstand noch Druckwiderstand fließen in die Analyse mit ein. Diese werden in der vorliegenden Studie sowohl für das Freiwasser- als auch für das Beckenschwimmen als gleichbleibend angenommen. Zur Berechnung des Widerstandes wurde der Schwimmer als glatter, starrer Körper angenommen. Die Bewegungen der einzelnen Körperteile sowie detaillierte Formation der Hände, Füße und Ohren wurde nicht mit eingeschlossen. Die Schwimmtiefe oder auch Gleittiefe wurde als konstant angenommen. Die Absorption der Leinen wurde ebenfalls nicht mitkalkuliert. Zudem wurde angenommen, dass sowohl der leader als auch der drafter mit konstanter Geschwindigkeit in einer gleichbleibenden Formation in dieselbe Richtung schwimmen.
Weiterführende Literatur:
*Im Interesse der Lesefreundlichkeit wird im Text die männliche Form geschlechtsunabhängig verwendet, sofern eine Geschlechterdifferenzierung nicht aus inhaltlichen Gründen notwendig ist. Nichtsdestoweniger beziehen sich diese Angaben auf die Angehörigen aller Geschlechtsidentitäten jenseits von ‚männlich‘ und ‚weiblich‘.





05.12.2022: Übersichtsarbeit zur Vorhersage zukünftiger Leistungen bei den Olympischen Spielen 2024 auf Grundlage der Analyse von Weltspitzen-Events 2011-2019 und den Olympischen Spielen 2012 und 2016 (Crowley et al., 2022).
In 13 von 14 olympischen Disziplinen (bezogen auf beide Geschlechter) wurden signifikante Veränderungen festgestellt, wobei die meisten Veränderungen in der Gesamtansicht eine Verbesserung (also eine kürzere Zeit für die jeweilige Distanz) aufwiesen (MW: -0,72% für Männer; -0,60% für Frauen). Keine Veränderung wiesen die 400m Lagen der Männer und 1500m Freistil der Frauen auf.
Methodik:
Ergebnisse:
Entwicklung der Endergebnisse [t] über die WK-Highlights in den Jahren 2011-2019 (Ausschnitte)
Männer:
Frauen:
Vorhersage OS 2024
Männer:
Frauen:
Diskussion:
Limitation:
Die Vorhersage der Entwicklung für OS 2024 basiert auf einem Algorithmus für maschinelles Lernen und wurde auf der Grundlage historischer Daten erstellt. Daher sind die Daten mit etwas Distanz zu betrachten. Die Olympischen Spiele 2021 und die WM 2022 wurden in dieser Studie nicht berücksichtigt. Die Werte liefern also lediglich eine Aussage über eine berechnete Entwicklung ohne mögliche Folgen der Corona-Pandemie.
Weiterführende Literatur:
Klare Empfehlungen zur Optimierung des gleichzeitigen Trainings für Mittel- und Langstreckenwettkämpfe geben die Autoren der angehängten Studie, wobei Häufigkeit, Modalität und Abfolge die wichtigsten Faktoren sind, um die Energiekosten und die Dauer bis zur Erschöpfung zu verbessern (Berryman et al., 2018).
10.10.2022: Auswirkung von Veränderungen der Unterwasserphase (uW-Phase) auf die physiologischen (Blutlaktatkonzentration, Herzfrequenz und Bewertung der wahrgenommenen Anstrengung mittels RPE) und biomechanischen (Zeit, Strecke und Geschwindigkeit) Parameter von Leistungsschwimmern (Veiga et al., 2022).
Es zeigt sich, dass trotz geringer Steigerungen der empfundenen Anstrengung (RPE), eine kontrollierte ‚Verlängerung‘ der uW-Phase bei trainierten Schwimmer*innen zu einer Optimierung der Leistung in diesem Bereich führen kann.
Methodik:
- Nach 00:30 min.: HF
- Nach 01:00 min.: La-Konzentration
- Nach 01:30 min.: Abfrage RPE mittels Borg-Skala
Ergebnisse:
Keine sign. Unterschiede zwischen den Sets bei:
Sign. Unterschiede zwischen den Sets bei:
Diskussion:
AHA!:
Es lohnt sich die Unterwasserphasen bzw. Anzahl der D-Kicks uW nach jedem Start und jeder Wende im Training ‚auszureizen‘, vorausgesetzt die:
Die Ausführung (Amplitudengröße und Frequenz) sollte hierbei stets variabel bleiben. Die Studie zeigt, dass trotz der unvermeidlichen Zunahme der RPE, die Leistung uW verbessert werden konnte, wenn sich die Schwimmer auf das Zählen der Kicks konzentrierten. Möglicherweise könnte die Umstellung der Aufmerksamkeit von einem internen Fokus (z.B. Schwierigkeit und Unbehagen bei Apnoe) auf einen externen Fokus (die Kickanzahl) eine nützliche Ressource zur Leistungsverbesserung darstellen.
Limitation:
Das Schwimmprotokoll wurde nach bereits erhöhten Belastungen (Ein+GA+Sprints) absolviert, sodass die Leistungsfähigkeit der Schwimmer*innen unter dem Einfluss der vorangegangenen Belastung gestanden haben könnte. Zudem wurde keine maximale Pace geschwommen, sodass die ‚Taktik‘ zur Geschwindigkeiten uW und üW beeinflusst gewesen sein könnte. Es wurden zudem keine Parameter am Ende der uW-Phase erhoben, sondern am Ende der 75 m à Einfluss auf HF und La. Die Abnahme des Laktats erfolgte evtl. zu früh und mit einer einmaligen Abnahme nach jedem Set zu selten. Die Ergebnisse sind aufgrund der jungen Probandenauswahl nicht uneingeschränkt auf OK übertragbar.
Weiterführende Literatur:
https://www.researchgate.net/publication/280117024_Underwater_and_surface_strategies_of_200_m_world_level_swimmers
https://www.researchgate.net/publication/303707243_Effect_of_the_starting_and_turning_performances_on_the_subsequent_swimming_parameters_of_elite_swimmers
https://www.researchgate.net/publication/317005718_Physiological_Dynamic_Apnea_Responses_in_Relation_to_Apnea_Capacity_in_Triathletes
https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyg.2011.00332/full
https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fphys.2021.712652/full
02.09.2022: Analyse der Pacing Profile über die 400, 800 und 1500m Freistil bei den Europameisterschaften 2021 (López-Belmonte et al., 2021)
Die Schwimmer*innen auf den Medaillenrängen wiesen in allen Rennen ein parabelförmigen Rennverlauf auf und steigerten ihre Leistung von den Vorläufen zu den Finals wesentlich. Die Rennstrategie innerhalb der Rennen und auch die Steigerung von Vorläufen (Vl) zu Finals (Fi) unterschied sich zwischen Medaillenkandidaten (M) und nicht Medaillenkandidaten (NM) signifikant.
Methodik:
Ergebnis/Diskussion:
Allgemein:
Schwimmspezifisch:
AHA!:
Entwicklung und Verinnerlichung eines individuellen 'Performance Templates' für Langstreckenrennen kann von Vorteil sein à Automatisches Abrufen der Strategie auch bei höherer Beanspruchung durch Mehrfachstarts über alle genannten Strecken
Limitation:
Die EM fand ca. 6 Wochen vor den OS Tokio 2021 statt, sodass diese als „Vorbereitungswettkampf“ angesehen und die Leistung und auch die Rennstrategie beeinflusst gewesen sein könnten.
Weiterführende Literatur:
https://www.researchgate.net/publication/235777503_Neurophysiological_Determinants_of_Theoretical_Concepts_and_Mechanisms_Involved_in_Pacing
https://www.researchgate.net/publication/299500462_Pacing_Strategies_for_Endurance_Performance
https://www.researchgate.net/publication/236923499_Reproducibility_of_Pacing_Profiles_in_Elite_Swimmers
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29560605/
05.08.2022: Schlafqualität von Spitzensportler*innen vor, während und nach internationalen Wettkämpfen (Biggins et al., 2020)
Unzureichender Schlaf (z.B. weniger als 7 h oder mit minderer Qualität) hat Auswirkungen auf die sportliche Leistungsfähigkeit: langsamere Reaktionszeit, reduzierte Ausdauerleistungsfähigkeit & Sprintfähigkeit, schlechtere/negative Stimmung, Beeinträchtigung des Immunsystems. Besonders Schwimmer*innen weisen ein erhöhtes Risiko in Bezug auf Schlafprobleme auf.
Methodik:
Ergebnis:
Generell:
Schlafprobleme am Häufigsten während des WKs à Mögliche Gründe: Teilen des Zimmers mit anderen Sportler*innen in ‚neuer‘ Umgebung Rennen/Matches zur späten Tageszeit
Schwimmer:
>50% moderate-schwere Schlafprobleme während des WKs, schlechtesten Werte in Bezug auf Schlafhygiene, niedrigsten Werte in Bezug auf die Stimmung, hohe Inzidenz respiratorischer Erkrankungen à Mögliche Gründe: Dauer bis zum Einschlafen zu lang (40 min), Allg.: Trainingseinheiten zu früher Tageszeit, zu intensive Trainingseinheiten während der WK-Phase und unzureichende Erholung danach, hohes Maß an Nervosität/Angst vor dem Wettkampf
Fazit:
„Schlafgesundheit“ für Spitzensportler*innen umfasst:
AHA!:
Die Nutzung von elektronischen Geräten vor dem Schlafengehen zeigt bei jungen Athleten keine Minderung der Schlafqualität à Folge von Einbettung/Gewöhnung von/an Technologie auf gesellschaftlicher und kultureller Ebene. Bei Erwachsenen wurde durchaus eine Verschlechterung der Schlafqualität festgestellt.
Weiterführende Literatur:
15.05.2022:Wasserverdrängung bei simulierten Brustschwimmbewegungen mittels einer Strömungsvisualisierungstechnik(Zugabe von fluoreszierendemNatriumpulver) (Martens & Daly, 2015)
Probandenstichprobe:
Die Probanden der Studie waren 1 Freistilschwimmer (intern. Niveau), 7 Brustschwimmer (nat. Niveau in AK), 3 Sportstudenten
Methodik:
1. Experiment: Supination der Füße während des Beinschlag in Rückenlage.
2. Experiment: Sculling während des Armzuges
3. Experiment: Paddling („wellenförmiges“ vs. „flaches“ Schwimmen)
4. Experiment: Explosives Aufrichten des Rumpfes (vgl. Phase Einatmung)
Ergebnis:
1. Wasser wird durch Supination der Füße beim Beinschlag stärker nach hinten beschleunigt à Höhere Vortriebswirkung
2. Die nach innen gerichtete Bewegung beim Sculling bewirkt eine höhere Beschleunigung als die nach außen gerichtete à Möglicher Grund: Ausprägung der Muskulatur (Wichtig zudem: Unterarm- und Handgelenksstellung senkrecht zur Wasseroberfläche
3. Unterschied zwischen „wellenförmigem“ und „flachem“ Brustschwimmen:
a) „Wellenförmiger Schwimmer“ verwendet einen Teil seiner Energie (Abdruck etwas nach hinten unten gerichtet), um aus dem Wasser zu steigen à Erholung der Arme über Wasser möglich
b) „Flacher“ Schwimmer verwendet Energie zur Vorwärtsbewegung (Abdruck nach hinten gerichtet) à Rückführen der Hände/Arme über Wasser kaum möglich
4. Wenn sich der Schwimmer mit ausreichender Geschwindigkeit bewegt, zum Zeitpunkt des Aufrichtens des Oberkörpers, wird Wassermasse von hinten gegen seinen Körper gedrückt à Vortrieb trotz leichter strömungsungünstiger Position
Limitationen:
Probandenstichprobeà Ausführung der Simulationen könnten daher etwas „unsauber“ gewesen sein.
*Im Interesse der Lesefreundlichkeit wird im Text die männliche Form geschlechtsunabhängig verwendet, sofern eine Geschlechterdifferenzierung nicht aus inhaltlichen Gründen notwendig ist. Nichtsdestoweniger beziehen sich diese Angaben auf die Angehörigen aller Geschlechtsidentitäten jenseits von ‚männlich‘ und ‚weiblich‘.
11.06.2021: Leistungssteigerung unter Hitze durch Pre-Cooling (Choo et al., 2020)
Probandenstichprobe:
- Jeweils 12.3±2.2 min. vor den Einheiten der Hitzeakklimatisierung
- Dauer: 30 min.
- Wassertemperatur: 21.9±0.5 °C
Methodik:
Pre-Hitzestresstest à 24 Std Erholung à 10x Einheiten Hitzeakklimatisierung innerhalb 14 Tagen à 48 Std Erholung à Post-Hitzestresstest
Hitzestresstest:
- 15 min. sitzend in Hitzekammer (35.3±0.2 °C, 54±1% rel. Luftfeuchtigkeit)
- 25 min. Fahrradergometrie bei 60% der V̇O2peak
- 20 km Zeitfahren
Hitzeakklimatisierung (HA):
- Fahrradergometrie 60 min. bei RPE 15 (von 20) in einer Hitzekammer (35.3±0.2 °C, 54±1% rel. Luftfeuchtigkeit)
- PreCool mit Kaltwasserbadexposition vor der Belastung
Ergebnis:
Im Vergleich fällt die mittlere Wattleistung bei PreCool nach der 10. HA Einheit um 5,5% höher aus als bei CON. Als Grund wird hier die absolute Wattleistung genannt, die während der HA bei PreCool annähernd gleichblieb, wohingegen diese bei CON sank (knapp nicht signifikant zur 1. HA Einheit). Der gleiche Effekt wurde bei der Herzfrequenz festgestellt. Hierbei sank die HF bei CON signifikant zur ersten HA. Schweißrate und das Wohlbefinden lieferten keine Unterschiede. Signifikant niedrigere Werte zwischen Pre- und Post-Hitzestresstest wurden für PreCool bei der Körpertemperatur und der HF festgestellt. Bei CON konnte dies bei der HF und dem Wärmeempfinden dokumentiert werden. Die subjektiv empfundene Gesamtbeanspruchung (RPE) blieb für beide Gruppen gleich. Das 20 km Zeitfahren absolvierte PreCool im Post-Test signifikant schneller als im Pre-Test, die Wattleistung stieg signifikant. CON zeigte keinen Effekt.
Fazit der Autoren:
Die Ergebnisse deuten an, dass milde Kaltwasserbäder (22 °C × 30 min) dazu beitragen, die Trainingsintensität während des Trainings in der Hitze aufrechtzuerhalten und die anschließende Leistungsfähigkeit in der Hitze zu verbessern. Die Integration von Vorkühlungsstrategien zur Vorbereitung auf einen Wettkampf oder Training in der Hitze, wird daher als sinnvoll erachtet.
Limitationen:
Diese Studie bezieht sich auf ambitionierte Freizeitsportler, nicht auf Leistungssportler, die höhere Trainingsumfänge realisieren.
Weiterführende Literatur:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1756209/pdf/v033p00393.pdf
Review: Périard et al., 2021
Buchempfehlung: Heat Stress in Sport and Exercise
*Im Interesse der Lesefreundlichkeit wird im Text die männliche Form geschlechtsunabhängig verwendet, sofern eine Geschlechterdifferenzierung nicht aus inhaltlichen Gründen notwendig ist. Nichtsdestoweniger beziehen sich diese Angaben auf die Angehörigen aller Geschlechtsidentitäten jenseits von ‚männlich‘ und ‚weiblich‘.
07.05.2021: Spaß ist der prägnanteste Faktor für eine andauernde Leistungs- bzw. Trainingsbereitschaft im Schwimmen (Teixeira et al., 2020)
Probandenstichprobe:
799 Leistungsschwimmer (450 m, 349 w), Alter: 16.65±2.83 Jahre, Trainingsjahre: 8.17±2.83, Trainingseinheiten/Woche: 6.69±1.72, Minuten/Trainingseinheit: 133.08±34.87; Altersgruppen: 12, 13-15, ≥16 Jahre;Geschlecht w/m;Trainingserfahrung: <10, ≥10 Jahre
Methodik:
Erhobene Parameter mittels Survey Monkey:
Fazit:
Spaß und Freude an einer sportlichen Aktivität sorgt dafür, dass Schwimmer länger am Leistungssport festhalten. Dies geschieht geschlechtsunabhängig, jedoch gewinnt dieser Faktor mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Das vom Trainer geschaffene Klima spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle für eine langfristige Sportausübung. Der Fokus sollte hierbei auf einem aufgabenbezogenen Klima liegen (z.B.: Anstrengung und Verbesserung der Sportler betonen, Wichtigkeit des Einzelnen im Team hervorbringen, Zusammenarbeit untereinander fördern). Weiterführende Literatur hierzu unter folgendem Link: Motivational Climate - an overview | ScienceDirect Topics
Die Auseinandersetzung und Befriedigung psychischer Grundbedürfnisse[1]eines Sportlers, eine Autonomie unterstützende Verhaltensweise des Trainers, die Bereitstellung einer Struktur und die Möglichkeit zur Beteiligung an Entscheidungsprozessen bieten ebenfalls Ansatzpunkte für eine erfolgreiche und vor allem andauernde Leistungssportkarriere im Schwimmen
[1] Psychische Grundbedürfnisse nach Grawe, K. (2000): Bindung/Zugehörigkeit, Selbstwert/unterstützende Umgebung, Kontrolle/Selbstbestimmung, Lustgewinn/Unlustvermeidung
*Im Interesse der Lesefreundlichkeit wird im Text die männliche Form geschlechtsunabhängig verwendet, sofern eine Geschlechterdifferenzierung nicht aus inhaltlichen Gründen notwendig ist. Nichtsdestoweniger beziehen sich diese Angaben auf die Angehörigen aller Geschlechtsidentitäten jenseits von ‚männlich‘ und ‚weiblich‘.
02.05.2021: Beitrag zu Auswirkungen von COVID-19 auf das Schwimmtraining sowie zu praktischen Empfehlungen für das Heimtraining (Haddad et al., 2021)
Die Autoren analysieren zunächst die Auswirkung der COVID-Situation auf den Schwimmsport. Anschließend diskutieren Sie unterschiedliche Formen des Heimtrainings, unter Berücksichtigung von Erkenntnissen aus schwimmspezifischen Untersuchungen, um die schwimmspezifische Leistungsfähigkeit auch ohne Schwimmtraining aufrechtzuerhalten. Dabei worden die folgenden Trainingsformen eingeschlossen:
(1) Angebundenes Schwimmen im heimischen Pool, (2) Schwimmen in einer Gegenstromanlage, (3) Training mit der Schwimmbank, (4) Training mit dem Ruderergometer, (5) Lauf- und Radtraining, (6) Krafttraining, (7) Zirkeltraining, (8) Plyometrisches Training, (9) Rumpfkrafttraining, (10) Exzentrisches Training, (11) Instabilitätstraining, (12) Yoga, (13) Atemtraining, (14) Beweglichkeitstraining und (15) Training psychischer Fertigkeiten.
14.04.2021: Die Ausbildung von Trainern steht im Zusammenhang der Leistung von Nachwuchsschwimmern (Marinho et al., 2020)
Probandenstichprobe:
151 Schwimmer (75 m, 76 w), Alter: 13.02 ± 1.19 Jahre, Trainingserfahrung: 3.36 ± 0.77 Jahre; 7 Trainer (6 m, 1 w) aus 7 Vereinen, Alter: 31.52 ± 4.01 Jahre, Trainingserfahrung: 7.29 ± 3.30 Jahre.
Es wurden keine Angaben über das Trainingspensum gemacht. Jedoch wurde sichergestellt, dass das Training den geltenden Richtlinien zur Trainingsperiodisierung folgt.
Methodik:
Akademische Ausbildung [Abschluss, Master, Dr.], Trainerlizenzlevel [1: „Basis“, 2:“ Fortgeschritten“, 3: „Experte“], Trainingserfahrung [≤ und >5 Jahre]
100m F [s], biomechanische Parameter: Strecke pro Zug [m], Stroke-Index (Geschwindigkeit x Zuglänge) [m2·s-1], Froude Effizienz (Effizienz, mit der der Schub in „nützliche“ Arbeit umgewandelt wird) [%], Reynolds-Zahl (Strömungsverhältnisse um den Körper), Verhältnis von Schubkraft (Beschleunigung) und Widerstand (Verzögerung), Technische Ausführung der Schwimmbewegung.
Ergebnis:
Es zeigte sich, dass je höher die akad. Ausbildung eines Trainers war, desto schneller war auch die Zeit über 100m F. Das gleiche Bild zeigte sich für die Stufe der Trainerlizenz und Trainingserfahrung. Wichtiger ist jedoch, dass die Schwimmer, die bei der Analyse der biomechanischen, technischen und hydrodynamischen Parameter die besten Ergebnisse erzielten, auch von den qualifiziertesten und erfahrensten Trainern trainiert wurden.
Fazit:
Trainer sollten eine umfassende Ausbildung vollziehen, um die Leistung junger Nachwuchsschwimmer abzusichern.
Von den Autoren wird weiterhin der Hinweis gegeben, dass Trainer von Dachverbänden (z.B. DOSB) oder nationalen Verbänden sowie regionalen Vereinen in ihrer Ausbildung unterstützt werden sollten. Hierzu zählt u.a. der einfache Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen bzw. sportartspezifischer Literatur und neuesten Ergebnissen zur Trainingsmethodik. Dies ist u.a. das Ziel der Website RTK Schwimmen und insbesondere der Kategorie Aktuelles aus der Wissenschaft.
*Im Interesse der Lesefreundlichkeit wird im Text die männliche Form geschlechtsunabhängig verwendet, sofern eine Geschlechterdifferenzierung nicht aus inhaltlichen Gründen notwendig ist. Nichtsdestoweniger beziehen sich diese Angaben auf die Angehörigen aller Geschlechtsidentitäten jenseits von ‚männlich‘ und ‚weiblich‘.
18.03.2021: Lesenswerte Newsletter der World Swimming Coaches Association (WSCA)
Newsletter Volume 2021 ᴼ Issue 04 (WSCA, 2021)
Themen:
Newsletter Volume 2021 ᴼ Issue 01 (WSCA, 2021)
Themen:
Buchtipp:Foundations of Strength Training for Swimmers: A Complete Guide to Develop Swimming Power and Manage Injuries (Hekmati, 2020)
Newsletter-Login: Welcome to Free Membership (WSCA)
03.2021: Vor- und Nachteile des Low-Volume/High-Intensity Trainings und das (Mis-)Verständnis darüber (Nugent et al., 2019)
In diesem Beitrag werden die Vor- und Nachteile dieser Trainingsmethode und das Verständnis von Studienergebnissen bzw. auch das Missverständnis berichtet. Dieser setzt sich mit der Trainingsmethode des Ultra-Short Race-Pace Training (USRPT) auseinander, welche in die Trainingskategorie des Low-Volume/High-Intensity Training fällt.
Sowohl der Beitrag der WSCA, als auch der von Nugent et al. (2019) kommen zu der Erkenntnis, dass diese Trainingsmethode wertvoll ist, aber nicht alleinstehend angewendet werden sollte. Es bedarf der Berücksichtigung von gewissen Einflussfaktoren, wie dem Leistungsstand der Athleten*innen, und der Beachtung von Prinzipien der Periodisierung zum Leistungsaufbau. Dann kann das Low-Volume/High-Intensity Training EIN wertvolles Werkzeug für den Leistungsaufbau sein.
In diesem Zusammenhang zitiert Nugent et al. (2019) Bob Bowman in Bezug auf diese Trainingsmethode:
„It’s good. It’s like spinach, it’s really good for you but I’m not going to eat spinach every day. It needs to be a variety for me and everything must work holistically. We have done something relatively similar, but we mix it with other things which I feel are really important. I don’t think you can do only one thing. I think there must be a variety of stimuli”.
27.09.2020: Von den Besten lernen: Trainingsvolumen und Intensitätsverteilung im Langstreckenbereich – Erkenntnisse aus dem Biathlon (Schmitt, Bouthiaux & Millet, 2020)
Französische Wissenschaftler haben die Trainingsstruktur von Martin Fourcade hinsichtlich des Trainingsvolumens sowie der Intensitätsverteilung über 11 Jahre (2009-2019) analysiert. Ihnen wurden die Daten hierfür zur Verfügung gestellt. Es konnte gezeigt werden, dass es einen statistischen Zusammenhang zwischen dem Trainingsvolumen und dem sportlichen Erfolg von Fourcade über seine Karriere hinweg gab. Weiterhin wurde die Bedeutung der Intensitätsverteilung beschrieben und diskutiert: Fourcade nutzte eher den polarisierten Ansatz, mit einem etwas höheren Anteil niedriger Intensitäten (bis zu 86%) als im klassischen Polarisierungsmodell (75-80%). In dem Artikel wurden jedoch nur das Volumen und die Intensitätsverteilung über die kompletten Trainingsjahre analysiert. Es wurden nicht die Periodisierung oder Zyklisierung beschrieben. Entsprechend bleibt offen, wie die Verteilung des Trainingsvolumens und der Belastungsintensität innerhalb der Trainingsjahre gestaltet wurde.
Von den Autoren wird auf Grundlage dieser Daten eine Bestätigung des Erfolges des polarisierten Ansatzes im Langstreckenbereich ausgesprochen.
27.09.2020:Variable Reaktion auf Höhentraining – weg vom monotonen Denken des Responders und Non-Responders (Nummela et al., 2020)
In einer aktuellen finnischen Studie wurde anhand von Blutparametern (Gesamthämoglobinmasse) von einer vergleichsweise großen Probandenstichprobe (n=59) unterschiedlicher Ausdauersportarten (u.a. Schwimmen) gezeigt, dass eine variable Anpassungsreaktion auf ein Höhentraining ein Phänomen ist, welches von gewissen Einflussfaktoren abhängig ist. Das Ausbleiben von Anpassungsprozessen während oder infolge von Höhentrainingslagern ist weniger auf das häufig postulierte Dogma von Respondern und Non-Respondern, als vielmehr auf die Interaktion verschiedener Einflussfaktoren zurückzuführen.
Wie beim Training im Flachland sind auch beim Höhentraining unterschiedlichste Faktoren für den Erfolg dieses Trainingsmittels entscheidend – nicht nur die Dosis der Höhe selbst! Die Gestaltung des Höhentrainings sollte, auch bei früheren positiven Erfahrungen mit einer Gestaltungsvariante, immer wieder sensibel auf die aktuelle Situation der Athleten*innen abgestimmt werden.
11.09.2019: Aktuelle Entwicklung im Höhentraining (Törpel & Schega, 2019)
Beeinflussbare, teilweise beeinflussbare und nicht beeinflussbare Einflussfaktoren des Höhentrainings können im Beitrag „Aktuelle Entwicklungen im Höhentraining – Allgemeine und schwimmsportspezifische Erkenntnisse im narrativen Überblick“ in der Zeitschrift Leistungssport von 2019 (Ausgabe 5) nachgelesen werden.
15.07.2020: Perspektivbeitrag zur Dosis-Wirkungs-Beziehung von körperlichem Training (Gronwald et al., 2020)
Im Beitrag wird die Bedeutung der Dosis-Wirkungs-Beziehung in seiner komplexen Gestalt dargestellt und eine Perspektive für die individuelle Gestaltung des Trainings aufgezeigt.
15.07.2020: Australische Studie zum Pacing über 1500m (McGibbon et al., 2020)
Die Ergebnisse von 1500m-Rennen von 2010-2019 der Top-100-FINA-Liste zeigen, dass folgendes Pacing-Profil am erfolgversprechendsten über 1500m-Rennen ist:
1. „Langsamer“ Start (erste 100m: >00:57,1 sek.)
2. Gleichmäßiger Rennverlauf von 200-1400m (even-paced)
3. Endspurt auf die letzten 100m (<00:56,3 Sek.)
Es wird darauf hingewiesen, dass durch individuelle Athleten*innenprofile auch abweichende Pacing-Strategien individuell erfolgreich sein können.
29.06.2020: Übersichtsbeitrag zu Ansätzen der Trainingssteuerung (Herold et al., 2020)
05.06.2020: Australische qualitative Studie: Befragung australischer Top-Trainer*innen im Schwimmen zu speziellen Aspekten des Trainings und Wettkampfes (McGibbon et al., 2020)
Monitoring, Hilfsmittel bei Pacingaufgaben, Periodisierung, Trainingsgestaltung zur Vorbereitung auf Mehrfachstarts bei Wettkämpfen
Optimale Rennstrategie, Wettkampfverteilung in einer Saison, Warm-up vor einem Rennen, Strategie bei mehreren Hauptwettkämpfen
04.06.2020: Studie zur bio-physischen Charakteristik (Metabolismus, Zugfrequenz, Zuglänge) der vier Schwimmarten (Carvalho et al., 2020)
15.05.2020: Studie zur Wirksamkeit der Trainingshäufigkeit von Intervalltraining (Tønnessen et al., 2020)
13.04.2020: Krafttraining im Schwimmen
05.03.2020: Beitrag sowie Infografik zur Kaltwasserimmersion nach dem Krafttraining (Hutterer, 2020; Fuchs et al., 2019)
Kältetherapeutische Maßnahme zur Regeneration von Muskeln nach sportlichen Höchstleistungen
03.03.2020: Beitrag zum Neuroathletiktraining (Lienhard, 2020)
13.04.2020: Review sowie Abbildung zur Wirksamkeit von 'Living Low-Training High'-Trainingsmethoden im Ausdauersport (Girard et al., 2020)
21.02.2020: Review zu den Effekten der ‘Live Low-Train High’-Methode auf die Ausdauerleistungsfähigkeit (Seitz et al., 2020)
29.01.2021: Empfehlungen der FINA zur Kontrolle und Prävention von COVID-19 (FINA, 2021)
12.05.2020: Empfehlungen zur Durchführung ergometrischer Belastungsuntersuchungen während der bestehenden COVID-19-Pandemie (Nieß et al., 2020)
12.05.2020: Merkblatt über Sportpsychiatrische und -psychotherapeutische Aspekte im Leistungssport in Zeiten der COVID-19-Pandemie (Claussen et al., 2020)
06.05.2020: Positionspapier zum Wiedereinstieg in den Sport während der bestehenden COVID-19-Pandemie (Nieß et al., 2020)
08.04.2020: Merkblatt zum Umgang mit COVID-19 im Sport (Steinacker et al., 2020)
20.03.2020: Hinweisvideo zur Handhygiene (Galsworthy, 2020)
20.03.2020: Infografik - Empfehlungen zum Training während COVID-19 (Chevalier et al., 2020)
13.03.2020: Hinweise zur Vermeidung von Infektionen aus Sicht der Sportwissenschaft (Gleeson, 2020)
Innerhalb der Sportart Schwimmen ist der Aufbau eines wissenschaftlichen Profils entsprechend den Anforderungen zur Leistungsoptimierung erforderlich. Binnen dieser Struktur werden kontinuierlich und nachhaltig Kernbereiche abgedeckt und fortlaufend auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand gehalten.
Ziel ist es, relevante Fragestellungen aus der Praxis zu generieren, welche durch den Verband als Forschungsschwerpunkte für die nächsten Jahre kommuniziert werden.
Je nach Art, Umfang und Dringlichkeit der Fragestellungen werden die passenden BISp-Projekttypen und Partner zur Beantwortung derselben ausgewählt. Die folgenden Projekttypen stehen hierzu im Wesentlichen zur Verfügung:
Durch die skizzierte aktive Kommunikation relevanter praxisnaher Fragestellungen wird eine effizientere und umsetzungsorientierte Bearbeitung durch die externen Partner ermöglicht. Hierbei ist es wichtig, herauszustellen, dass die Genese und Struktur der wissenschaftlichen Betreuung einer Sportart nicht von zufälligen Forschungsinteressen einzelner Institutionen abhängig sein darf, sondern maßgeblich durch den Verband auf Basis der aktuellen Entwicklungen in der jeweiligen Sportart vorgegeben werden muss.
Konträr hierzu ist der eigeninitiative Input externer Partner fortwährend erwünscht. Ein solcher an der Leistungssportpraxis orientierter Ansatz ist für die Leistungsoptimierung der Kaderathleten*innen und respektive für eine erfolgreiche Dissemination wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Sportpraxis alternativlos.
Eine Darstellung der wissenschaftlichen Projekte in Kooperation mit unseren Kompetenzzentren im Bereich des Becken- und Freiwasserschwimmens folgt in den nächsten Abschnitten:
Titel
Evaluierung eines Laktat-Minimum-Tests/Reverse-Lactate-Threshold-Tests zur Bestimmung des MLSS und deren Vergleich mit Stufentests und etablierten Schwellenkonzepten im Schwimmen
Forschungseinrichtung: Deutsche Sporthochschule Köln
Projektleitung: PD Dr. rer. nat. Patrick Wahl
Ziel
Die geplante Studie hat zum Ziel, die etablierten Ausdauerleistungsdiagnostik-Konzepte im Schwimmen mit neuen Lösungsansätzen zu vergleichen. Zu den neuen Lösungsansätzen zählen der Laktat-Minimum-Test (LMT) und der Reverse-Lactate-Threshold-Test (RLT).
Die wesentlichen Aufgaben sollen sein, die verschiedenen Methoden in Verbindung mit MLSS-Dauertests zu validieren und einen Vergleich zu gängigen Laktatschwellen, wie u.a. das „onset of blood lactate accumulation (OBLA); 4 mmol (Sjödin & Jacobs, 1981; Mader et al., 1976) oder die „modified maximal distance method" (mDmax) nach Bishop, Jenkins und Mackinnon (1998), herzustellen.
Titel
Evaluation eines Mess- und Echtzeit-Audio-Feedback-Systems (Sofiswim) in der KLD und im Wassertraining mit Kaderathletinnen und -athleten des DSV
Forschungseinrichtung: Universität Hamburg
Projektleitung: Prof. Dr. Klaus Mattes
Ziel
Im Projekt sollen (1) die Validität und Reliabilität des Sensors Sofiswim aus der automatischen Mustererkennung von Trainingsdaten überprüft, (2) ein Vergleich der Schwimmtechnik und -leistung und des Unterwasser Delphinkicks in Bauch- und Rückenlage für verschiedene Leistungsklassen vorgenommen werden. Des Weiteren sollen (4) ein Echzeit-Audio-Feedback zur Ansteuerung von Technikmerkmalen des Delphin- und Brustschwimmens sowie für den Unterwasser Delphinkick entwickelt und erprobt sowie (5) dessen Wirkung im Training experimentell untersucht werden. Die Untersuchungen sollen einen Beitrag zur Leistungswirksamkeit des Messsystems im DSV leisten.